Ein sozial-ökologisches Modellquartier für Bremen

 

Klimafreundlich und sozial – (wie) geht das?
Rund zehn Kilometer Luftlinie von der Bremer Innenstadt entfernt entsteht auf einer ca. 10 ha großen Fläche ein sozial-ökologisches Modellvorhaben – das „Stiftungsdorf Ellener Hof“. Das mit nur wenigen und einfachen Gebäuden bebaute Grundstück war jahrelang durch hohe Zäune abgesperrt. Mit der Öffnung des mit vielen alten Bäumen bestandenen Geländes ergibt sich die Chance, die beiden angrenzenden Stadtteile Ellener Feld und Blockdiek miteinander zu verbinden. Hier soll nun ein neues, vitales „Dorf in der Stadt“ mit 500 Wohneinheiten für ca. 1.200 BewohnerInnen, mit sozialer Infrastruktur ebenso wie mit kulturellen und Bildungsangeboten entstehen.

Der städtebauliche Entwurf dafür wurde in einem kooperativen Verfahren entwickelt und soll modellhaft für Bremen ökologische und soziale Aspekte miteinander vereinen. Neben der Klimafreundlichkeit – u.a. werden alle Gebäude in Holzbauweise errichtet – und dem sozialen Anspruch zeichnet sich das Quartier durch die Überschaubarkeit und Kleinteiligkeit der städtebaulichen Gestaltung aus. Geplant und umgesetzt wird das Vorhaben in enger Kooperation zwischen der Stadtgemeinde Bremen und der Bremer Heimstiftung.

Entsprechend der ökologischen Ausrichtung des Stiftungsdorfes sieht das Mobilitätskonzept auch eine starke Orientierung auf den Radverkehr vor – ein Ziel, das durch das Einwerben von Fördermitteln des Bundes noch konsequenter umgesetzt werden kann. Entsprechend heißt es denn auch u.a. auf den Bauschildern: „Hier entsteht das Fahrradquartier Ellener Hof – gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland. Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“.

Das Fahrradquartier Ellener Hof verfolgt dabei folgende Ziele:

  • Die Stärkung des Radverkehrs – ein zentrales Anliegen

Die Stärkung des Klimaschutzes soll in dem Zukunftsquartier u.a. dadurch erreicht werden, dass hohe energetische Standards sowohl bei den Neubauten als auch bei den Bestandsgebäuden, bei der Energieversorgung, durch Dachbegrünungen, Regenwasserversickerungen, vielfältige Grün- und Freiräume unter Erhalt der alten Bäume und eben ein Mobilitätskonzept umgesetzt werden. Zum Mobilitätskonzept gehören neben der Reduzierung des Kfz-Stellplatzschlüssels die Förderung der E-Mobilität und des Car-Sharings und schwerpunktmäßig die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs.

  • Verbesserung des Modal Split/Erhöhung des Radverkehrsanteils/Verbesserung der Radverkehrssituation

Die Stadt Bremen möchte den Radverkehrsanteil im Modal Split verbessern, im Bremer Osten werden zurzeit für 25% aller Wege das Fahrrad genutzt. Erklärtes Ziel ist die Steigerung auf 30%. Das lässt sich nur durch die grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen des Radverkehrs erreichen. Im Fahrradquartier Ellener Hof finden die neuen Bewohnerinnen und Bewohner bei ihrem Einzug eine gute Radverkehrsinfrastruktur und entsprechende Serviceangebote vor, weitere Details finden Sie in der Maßnahmenbeschreibung. Dabei sollen folgende Ziele verfolgt werden:

  • radverkehrsfreundliche Neugestaltung des Straßenraumes
  • Errichtung radverkehrsfreundlicher Infrastrukturen
  • Etablierung lokaler Radverkehrsdienstleistungen, die zu einer dauerhaften Aufwertung der Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer im Modellgebiet und in seiner Umgebung beitragen
  • Entstehen eines neuen sozial-ökologischen Quartiers

Die Bremer Heimstiftung baut und betreut nicht einfach Seniorenheime – sondern sie integriert diese in die sie umgebenden Quartiere, so dass hier durch vielerlei Angebote, Kooperationen und Verknüpfungen soziale Stadtteilzentren entstehen. Ein wichtiges Thema dabei ist immer auch die Berücksichtigung ökologischer Belange und die Verkehrssituation vor Ort sowie deren stadtverträgliche Abwicklung. Entsprechend zielen die Bremer Heimstiftung und die Stadtgemeinde Bremen darauf hin, die Bedingungen für den Radverkehr im eigentlichen Modellgebiet als auch in seiner Umgebung durch eine Vielzahl von Maßnahmen komfortabler und einladender gestaltet.