Stimmen aus dem Quartier

Egal wie man sich derzeit durch die Alte Neustadt bewegt – über kurz oder lang steht man vor Baustellenzäunen und muss Absperrungen ausweichen. Einige
Abschnitte des Fahrradmodellquartiers sind aber bereits fertig gestellt und lassen erahnen, wie alle Maßnahmen zusammen ein fahrradfreundliches Quartier ergeben. In der Rolandstraße, in der eine Glättung der Fahrbahn an zwei Stellen jetzt ein durchgängig holperfreies Fahren ermöglicht, freuen sich die Anwohner und Anwohnerinnen über den Fortschritt des Projekts. Isa Lemke steht mit ihrem Kind auf dem Bürgersteig und findet sogar positive Seiten an den Bauarbeiten vor Ihrer Haustür: „Wir finden es gerade ganz angenehm, dass durch die Baustellen momentan gar keine Autos durch unsere Straße fahren können.“ Ihrer Meinung nach könnten die Fahrradstellplätze, die bereits in der Umgebung auf vorgezogenen Gehwegsnasen neu geschaffen wurden, noch mehr werden. „Ich habe zwar ein Auto, aber das nutze ich nur wegen meines Berufs.“

Auch die Gastronomie im Quartier zeigt sich aufgeschlossen. Seker Hasan betreibt mit seinem Bruder das Café am Neuen Markt in direkter Nahbarschaft zur Rolandstraße und findet das Projekt gut: „Vor allem für unsere Gäste, die oft mit dem Fahrrad kommen, ist das toll. Vor unserer Tür ist gerade eine Baustelle weggekommen, darüber sind wir natürlich froh.“ Auch ihm sind als erstes die neuen Fahrradbügel in der Umgebung positiv aufgefallen, die den vielen Fahrrädern einen Anlaufpunkt bieten. Und nicht nur Fahrräder werden zukünftig geordnet geparkt, auch Autos bekommen durch eine andere Fahrbahngestaltung sichtbare Abstellplätze zugewiesen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind nun immer mehr Umwandlungen in der Gegend erkennbar und machen neugierig auf das Ergebnis. Die Alte Neustadt wurde bisher von allen Verkehrsteilnehmenden als unübersichtlich wahrgenommen. So auch von Tini, die momentan eine Ausbildung zur Tischlerin macht und hier wohnt. „Mich nerven die Baustellen gar nicht, ich finde das Projekt wichtig und fahre selber viel mit dem Rad“. Gerade in der Neustadt würde sich eine fahrradfreundliche Gestaltung im Sinne autofreier Innenstädte anbieten. „Hier braucht man kein Auto“.